Slow living

von Eva Graf

Hallo!

Herzlich willkommen bei meinem ersten illvi Blog-Eintrag. Ich dachte mir, ich erzähle euch mal die ganze Geschichte. Ich meine natürlich wie ich vor ca. 2 Jahren war, gut ehrlicherweise denke ich wird es nicht mal noch zwei Jahre her sein.

Also leg ich mal los, kommen wir mal zum Thema:

Minimalismus und ein bewusstes Leben

Ich bin natürlich nicht als Minimalist geboren worden und ich habe mein Leben auch nicht immer bewusst wahrgenommen und gelebt. Ich besaß unendlich viele Klamotten, Schuhe !! Taschen, Kosmetik, Elektronik und einiges noch von dem ich nicht mal wusste, dass ich es hatte, dies ich absolut nicht brauchte. Minimalismus heißt nicht, nichts zu besitzen und in einem kahlen, halb leeren Wohnung, mit weißen Wänden zu leben. Minimalisten leben nicht nur von Luft und Liebeschön wärs, sie geben auch Geld aus, aber nur für wirklich wichtige Dinge, die sie gebrauchen können und einen nutzen für sie haben.

Es begann alles mit meinem Freund, der mir nach und nach gezeigt hat, dass ein bewusstes, langsameres und vor allem positives Leben doch so viel schöner ist. Ich bin ihm unendlich dankbar, dass er mir die Augen geöffnet hat und mir signalisierte, dass dieser ständige Konsum und mein schnelles, unbewusstes Leben mich nicht glücklich macht. Vor allem denke ich (nein ich weiß es) glaubt er gar nicht wie sehr er mir dadurch geholfen hat und immer noch hilft. Da ich mich selbst oft noch erwische, wie ich mir über unnötige Dinge den Kopf zerbreche. Doch ich bemühe mich alles etwas lockerer zu sehen und lass es einfach auf mich zukommen.

Ich habe angefangen meinen kompletten Kleiderschrank radikal auszumisten. Mit radikal meine ich wirklich ich habe ihn mehr als halbiert. Ich hatte soviel Sneaker in jeder Farbe und Art, dass ich nicht mal mehr Platz in meiner Wohnung hatte und bei meinen Eltern einige verstauen musste. Ganz ehrlich, spätestens dort hätte ich schon längst verstehen müssen das dies "ein bisschen" zu viel wahr! Einen sehr großen Teil meiner Schuhe habe ich verkauft, verschenkt und meine Klamotten gingen an Freunde, Familie, verkaufte einiges oder gingen direkt an bedürftige Menschen. Außerdem habe ich aus vielen Stoffen meine Produkte für den Onlineshop hergestellt. Diese Produkte sind von mir genäht und ich habe aus alten Materialien etwas Neues gemacht. Normalerweise wirft jeder sein Zeug einfach in den Müll, dass wollte ich aber auf keinen Fall, deshalb kamen mir meine aus ALT mach NEU Ideen.

Ich habe mir jede Woche ein neues Kleidungsstück gekauft, wollte immer das neueste Smartphone und mir war es extrem wichtig was andere von meinen äußeren halten. Dieser ständige Drang etwas neues haben zu müssen, hat mich wahnsinnig gemacht ich war durch dieses viele Zeug, einfach nicht glücklich und es erdrückte mich förmlich. Ein Minimalist besitzt nur 100 Dinge, das ist Blödsinn. Es geht um das umdenken und weniger ist mehr. Mittlerweile kaufe ich vieles gebraucht, lass es reparieren und was die anderen, von meinen Klamotten, meinen Haaren oder meiner Figur halten ist mir sowas von egal!

Wow, apropos Figur! Halleluja das war ein leidiges Thema – aber dazu gerne mehr in einen anderen Blog-Eintrag sonst werde ich hier heute nicht mehr fertig.

Nun, führe ich schon etwas länger ein langsames und achtsames Leben und ich muss sagen es ist, großartig. Ich mache mir keine Gedanken mehr was ich anziehen soll/muss, sondern ziehe das an was bequem ist und mir gefällt. Gut, ich bin noch lange nicht dort angekommen, wo ich hin möchte, aber ich lerne mit jeden Tag mehr und mehr dazu. Mir soll niemand vorschreiben wie ich auszusehen habemich zu kleiden habe oder ob ich geschminkt bin und meine Haare gemacht sind.
Bin ich deshalb schäbig oder sogar minderwertig? Nein, auf keinen Fall. Ich muss niemanden gefallen außer mir selbst. Jeder der nur oberflächlich auf Äußerlichkeiten bewertet und für das Besitztum und der teuersten Tasche lebt, führt meiner Meinung nach kein ehrliches und aufrichtiges Leben. Was habe ich davon in einen viel zu überteuerten Hotel in einer Luxussuite zu übernachten, was größer als meine Wohnung ist, wenn ich dieses Zimmer nur zum Schlafen und Duschen nutze? Mich zum Frühstück erstmal in einer Reihe anstellen muss und am Pool die erste bin damit ich den besten Platz ergatteredies klingt mir nicht sonderlich nach Spaß und Entspannung.

In einen Camper (VW), eingekuschelt mit seinem Liebsten, direkt am See, wo dir die Sonne ins Gesicht scheint und du durch ein Vogelgezwitscher geweckt wirst. Deinen Tag langsam startest mit einen gemütlichen Frühstück und direkten Blick auf den See, danach im Pyjama Yoga praktizierst und einfach nur die Natur genießt. Ohne Handy, ohne Laptop und ohne Social Media. Das ist ein Leben, voller Entspannung, Achtsamkeit und Erholung. Das ist für mich ein minimalistisches, bewusstes und langsames da sein. Es ist soviel schöner die Dinge positiv und ohne Stress anzugehen und sich bewusst auf dies zu konzentrieren, was man gerade tut und nicht schon an den nächsten Schritt zu denken.

Da sein im hier und jetzt, das ist wichtig.

Somit möchte ich diesen Beitrag beenden und euch mit diesen Zitat alleine lassen:

“Finde dein Glück da wo du es nicht vermutest, in dir selbst."