Mein Leben ohne Fleisch

Ich ernähre mich seit fast 2 Jahren ohne Fleisch, Fisch und einige andere tierische Produkte. Wie kam es dazu und warum mach ich es?

Mich hat die fleischlose Ernährung immer schon interessiert und dachte mir ich versuche mal ein selbst Experiment ob ich es auch ohne Fleisch "aushalte"! Das klingt immer so dramatisch, aber eigentlich fiel es mir absolut nicht schwer und tut es bis heute nicht. Ich habe mich schon länger damit beschäftigt, wie es wäre und warum es für unsere Umwelt besser ist, fleischlos zu leben. Einige Filme und Dokumentationen später wollte ich auf keinen Fall mehr Fleisch zu mir nehmen und habe einfach komplett darauf verzichtet.

Anfangs war es schwierig den Mitmenschen in meiner Umgebung es verständlich zu machen und ich hatte immer das Gefühl, ich muss mich dafür rechtfertigen, dass ich kein Fleisch mehr esse. Dies habe ich aber schnell aufgehört da es ja meine Entscheidung war und wenn ich wieder Lust auf Fleisch hätte, kann ich dies jederzeit essen. Einige Kommentare wie: "Da kann man ja nur Salat essen" oder "Ich mach mir jetzt ein Steak, möchtest du auch?" konnte ich mir sparen, aber gut damit muss man rechnen. Die Leute dachten immer das mich das stört, aber keineswegs es hat mich nur noch mehr ermutigt kein lebendes Tier mehr zu essen. Ich esse seither mit viel mehr Leidenschaft und probiere neue Rezepte aus, koste jedes Gemüse, das ich davor nicht mal kannte und lebe im Allgemeinen viel bewusster.

Meiner Meinung ist es nach wie vor noch so, dass es für unsere Umwelt und Gesundheit besser ist auf Fleisch zu verzichten. Denn die meisten Menschen nehmen zu viel Fleisch zu sich und haben einen viel zu hohen CholesterinWert. Die Gefahr auf Darmkrebs, Herzinfarktrisiko und erhöhten Blutdruck steigt. Meiner Gesundheit hat es enorm gutgetan auf Fleisch/Fisch zu verzichten, meine Nägel und Haare wurden stärker und dichter, meine Haut reiner und mein allgemeines Wohlbefinden besser. Ich sage auf keinen Fall das jeder sofort aufhören sollte Fleisch zu konsumieren, aber einem sollte immer bewusst sein, woher das Stück Fleisch kommt, dass auf den Teller liegt. Außerdem sollte jeder wissen, wie viel Getreide und Grünflächen für die ganzen Zuchttiere/Massentierhaltungen gebraucht wird.

Wie viel Fleisch essen wir?

Anfang des 19. Jahrhunderts lag der globale Fleischkonsum noch bei 10 kg pro Kopf und Jahr, in den 60er-Jahren stiegt er auf über das doppelte und mittlerweile sind wir bei 40 kg pro BürgerIn angekommen.

Österreich liegt beim Fleischkonsum auf Platz 3 in der EU und weltweit auf Platz 15. JedeR ÖsterreicherIn isst in seinem/ihrem Leben durchschnittlich 5,9 Tonnen Fleisch.

Das sind 1.287 Tiere pro Kopf:

817 Hühner, 3 Schafe, 32 Schweine, 432 Fische, 3 Rinder

Wie viele Tiere schlachten wir?

In Österreich werden jährlich ca. 99 Millionen Tiere getötet. Ein Teil wird nur zum Schlachten transportiert.

602 Pferde, 56.800 Ziegen, 0,3 Mio. Schafe, 0,7 Mio. Kühe, 5,2 Mio. Schweine, 9,3 Mio. Küken (diese sind nicht vom Nutzen und werden direkt nach der Geburt getötet!!), 83,4 Mio. Hühner

Unter Massentierhaltung stellen sich die meisten tausende von Tieren auf engstem Raum vor, Produktion für die Masse eben. Dabei kommt es laut Definition nicht nur auf die Anzahl der gehaltenen Tiere an. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) versteht unter dem Begriff Massentierhaltung ein System, in dem weniger als 10 % des Futters für die Tiere vom eigenen Betrieb stammt und in denen auf einer Fläche von einem Hektar mehr als 10 sogenannten Großvieheinheiten (z. B. 10 Stiere) gehalten werden.

Probleme treten aus unserer Sicht in der Massentierhaltung dann auf, wenn der wirtschaftliche Druck möglichst hohen Profit zu erwirtschaftenalso die Menge an erzeugtem Fleisch, Milch oder Eiern immer weiter zu steigernzulasten der Umwelt und der Tiere passiert. Denn dabei werden oft Praktiken angewendet, die für uns nicht vertretbar sind: Rinder werden in den Stall gesperrt und ihnen werden die Hörner entfernt, Säue sperrt man in Kastenstände und Schweine werden ohne Betäubung kastriert, Hühner leben ohne Zugang zum Freien auf engstem Raum und ihre Schnäbel werden entfernt.

Diese Tiere möchten auch ernährt werden, wofür jährlich rund 7 Millionen Tonnen Kraftfutter benötigt wird. Ein Tier kann aus einer Kalorie aus seinem Futtermittel nicht eine Kalorie Fleisch (bzw. Milch oder Eier) erzeugen, wodurch große Umwandlungsverluste entstehen. Je nach Futterart unterscheidet sich die benötigte Menge, um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen. So braucht man beispielsweise für die Erzeugung von einem Kilogramm Rindfleisch bis 25 kg Futter (bei Fütterung mit Gras).

Wie wirkt sich der Fleischkonsum auf unsere Umwelt aus?

Wenn sich Tiere von Gräsern ernähren, die für den menschlichen Magen nicht verwertbar sind, ist das sinnvoll. Doch nur ein kleiner Teil (ca. 15 - 20 %) der österreichischen Rinder darf auch auf Weiden grasen. Problematisch ist vor allem die Abhängigkeit von Futtermitteln, die in Österreich nicht in der benötigten Menge angebaut werden können. Österreich ist zwar mit rund 44.000 Hektar das fünftgrößte Sojaanbauland der Europäischen Union, doch diese Menge reicht bei Weitem nicht aus, um den Hunger der heimischen Nutztiere zu stillen. So werden jährlich zwischen 550.000 und 600.000 Tonnen gentechnisch verändertes Soja importiert (also rund 70 kg pro ÖsterreicherIn), für das zum Großteil südamerikanischer Regenwald abgeholzt werden musste.

Weltweit leiden 795 Millionen Menschen oder 11 % der Menschen an Hunger, dennoch werden 90 % der Sojaproduktion und 30 % der weltweiten Getreideernte an Tiere verfüttert und gehen somit für den Menschen als Nahrung verloren.

Zusätzlich ist die Fischerei eines der größten Umweltprobleme die wir haben, dies wird aber leider sehr wenig zum Thema gemacht und sehr unter den Tisch gekehrt. Ich würde dir die Netflix Dokumentation: Seaspiracy empfehlen, da es viel zu viel für diesen Blog wäre, wenn ich darauf genauer eingehe.

Bei der Abholzung von Regenwald gehen nicht nur wertvolle Pflanzen- und Tierarten für immer verloren, es entstehen auch enorme Mengen an Treibhausgasemissionen. Zusätzlich zum Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln für den Futtermittelanbau, den direkten Emissionen der Tiere und allen verbundenen Transporten ist Fleisch das Lebensmittel mit der höchsten Klimabelastung.

Deshalb ist für mich Soja auch ein sehr schwieriges Thema, da es uns Menschen reichlich Protein schenkt, aber nicht gut für die Umwelt ist. Daher verwende ich dies wenig bis gar nicht, da ich diese Umweltbelastung nicht unterstützen möchte.

Wie viel CO2 verursachen Lebensmittel?

Tierische Produkte sind die Lebensmittel mit der höchsten Klimabelastung, da durch die Abholzung von Regenwäldern für Futtermittelanbauflächen, die Emissionen der Tiere selbst und alle damit verbundenen Transporte eine enorme Menge an Treibhausemissionen entsteht.

Verursachte Emissionen in Gramm CO2 Äquivalent:

5.340g Steak, 1.630g Grillhendl, 260g Milch, 870g Schnitzel, 172g Eier, 95g Linsen, 32g Brot, 25g Erdäpfel, 20g Äpfel

Mehr als die Hälfte der Emissionen, die die österreichische Landwirtschaft erzeugt, gehen auf das Konto der Nutztierhaltung. Nicht mit eingerechnet sind dabei die Abholzung des Regenwaldes und der Import von Fleisch aus anderen Ländern. In Summe erzeugt die Ernährung der Österreicherinnen und Österreicher rund 12,5 Millionen Tonnen CO2eq und damit mehr als der Personenverkehr auf den Straßen Österreich (12 Millionen Tonnen CO2eq).

Doch die Nutztierhaltung belastet nicht nur unser Klima, sondern auch unsere Gewässer. Denn Millionen von Tiere scheiden Unmengen an Gülle aus, die durch ihren hohen Gehalt an Stickstoff zwar Kunstdünger ersetzen können, doch in dem schieren Ausmaß ihres Aufkommens Probleme bei der richtigen Entsorgung bereitet. In Deutschland führt die intensive Schweinemast dazu, dass Trinkwasser fast um die Hälfte teurer werden wird, weil ausgebrachte Gülle eine aufwändigere Reinigung des Wassers in Kläranlagen nötig macht. Auch in Österreich werden jährlich bei knapp zehn Prozent aller Messstellen Nitratgrenzwert-Überschreitungen im Trinkwasser festgestellt.

Es ist deine Entscheidung, ob du auf Fleisch verzichtest oder weiterhin isst, aber es sollte dir immer bewusst sein was es für Auswirkungen auf dich und uns allen hat.

 

 



Quelle: https://www.global2000.at/fleischkonsum-oesterreich?gclid=EAIaIQobChMIiubkjcml8AIVitV3Ch3Z5QjkEAAYASAAEgJca_D_BwE


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1 Kommentar

  • Super Beitrag, kann mich deiner Meinung nur anschließen…

    • Dominik